Die Bedeutung des Feuersteins

Welchen Nutzen hatte er fĂĽr die Menschheit?

Feuerstein als Werkzeug und Waffe

Feuerstein ist ein Gemenge aus Chalcedon und Opal, das sind Varietäten des Quarz (Siliciumdioxid)*. Während man Kristallinen Quarz als Bergkristall bezeichnet, bildete vor vielen Millionen Jahren der Quarz im Feuerstein allerfeinste Kristalle, die extrem eng – der Fachmann sagt dazu „dicht“ – miteinander verfilzt sind.

Die hohe Dichtigkeit des Steines bewirkt, dass ein Feuerstein härter als Stahl und Glas ist. Diese Eigenschaft nutzten schon unsere Urahnen und fertigten aus den Bruchstücken Werkzeuge und Waffen. Denn so hart der Stein ist, so spröde und zerbrechlich ist er auch.
In der Altsteinzeit vor über 100.000 Jahren fanden sich die ersten grob zugehauenen Faustkeile. Die Feuersteinbearbeitung erreichte eine bemerkenswerte Weiterentwicklung: Abschläge von einem Kernstein wurden zu Schabern, Klingen, Dolchen, Pfeil- und Speerspitzen verarbeitet. Mit Beilen aus Feuerstein wurden dicke Bäume gefällt, Stämme gespalten und Bretter geglättet.

Ohne Feuerstein kein Feuer!

Eine weitere kulturgeschichtlich wichtige Eigenschaft des Flint oder Feuersteins ist die Funkenbildung, schlägt man Feuersteine aufeinander. In der Steinzeit schlugen die Menschen erst Schwefelkies oder Pyrit, später dann Feuerstahl oder das Schlageisen mit kurzen, schnellen Schlägen aufeinander. Dabei wurden feine, aufglühende Partikel aus dem Pyrit bzw. Eisen oder Stahl gerissen. Diese Funken landeten auf dem Zunder, einem häufig vorkommenden Baumpilz, und bildeten ein winziges Glutnest. Durch vorsichtiges Pusten und die Zugabe von weiteren, leicht entzündbaren Material entstand daraus ein Feuer, das den Menschen Wärme und Sicherheit gab. Erst die Erfindung der Streichhölzer Anfang des 19. Jahrhunderts beendete die Dominanz von Feuerstein, Feuereisen und Zunder.

Flint – wie Flinte!

Die Bezeichnung „Flinte“ geht auf das historische Steinschloss-Gewehr zurück. Beim Auslösen des gespannten Schlosses schlägt der im Hahn eingespannte Feuerstein oder Flint gegen den Stahl der „Batterie“ und reißt dort Funken heraus. Diese entzünden das Pulver in der Pfanne, das zum Zündloch vorbrannte und schließlich die Treibladung des Vorderladergewehrs zündete.

Chirurgie und Schönheit

Eine weitere, interessante Verwendung findet der Feuerstein bei Schönheitsoperationen. Dies hat zwei Gründe: Erstens ist frisch geschlagener Feuerstein hoch steril, zweitens haben Kanten einer Feuersteinklinge eine leicht schuppige Oberfläche trotz einer Schärfe, die dem Stahlskalpell völlig gleichwertig ist. Die schuppige Oberfläche verursacht andere Wundränder als eine Stahlklinge, wodurch sie wesentlich besser und schneller verheilen und zugleich das Risiko einer sichtbaren Narbenbildung deutlich reduziert wird. Deshalb werden Klingen aus Feuerstein und Obsidian in kleinen Exklusivserien als chirurgische Skalpelle verwendet.

* Quelle: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie

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